Heizung

Geschichte

Die älteste bekannte Warmwasserheizung entwickelte 1716 der Schwede Marten Trifvald. Sie diente der Beheizung eines Treibhauses im englischen Newcastle. Ab etwa 1850 ließen sich einige Fürsten und wohlhabende Bürger Warmwasserheizungen in ihre Schlösser und Villen einbauen. Erwähnt sei hier das 1867/68 von August Orth erbaute Palais Strousberg in Berlin.

Im privaten Wohnungsbau verbreitete sich die Warmwasserheizung seit etwa 1900.

Weil der Transport von Energieträgern früher aufwändiger war als heute, spielten regionale Aspekte eine größere Rolle. Zum Beispiel heizte man im Ruhrgebiet – einem Ballungsraum mit relativ wenig Wald – viel mit Kohle; in waldreichen Gegenden wurde überwiegend mit Holz geheizt.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg verbreiteten sich Zentralheizungen – zusammen mit der Umstellung der Beheizung von Festbrennstoffen auf Öl und Gas – in westlichen Industrieländern; zuvor waren sie ein Luxus und die dezentrale, selektive und temporäre Beheizung von Räumen während der Heizperiode war verbreitet.

1973/74 kam es nach Lieferdrosselungen der OPEC-Länder zu einer ersten Ölkrise; 1979/80 gab es eine zweite Ölkrise. Zuvor gab es eine Ära sehr billiger Energie; diese führte mit dazu, dass in den 1950er und 1960er Jahren beim Hausbau wenig auf eine energiesparende Bauweise geachtet wurde. Seit 1986 wurde durch die Katastrophe von Tschernobyl – eine Kernschmelze in einem ukrainischen Atomkraftwerk, nach der eine radioaktive Wolke über weite Teile Europas zog – bewusst, dass eine elektrische Beheizung insgesamt relativ viel Energie verbraucht, weil Kraftwerke mittelwertig relativ kleine Wirkungsgrade aufweisen. (Zu den Vor- und Nachteilen der elektrischen Beheizung der Gebäude siehe Elektrogebäudeheizung!)

Seit den 1980er Jahren hat der Anteil der Gasheizungen zugenommen und der der Ölheizungen abgenommen.

Heute eingebaute Öl- und Gasheizungen arbeiten oft mit Brennwerttechnik. Auch Holzpellets können in Brennwerttechnik-Heizungen verbrannt werden.

Zentralheizungen mit Scheitholz als Brennstoff haben heute meistens Holzvergaserkessel.

Hackschnitzel-Heizungen gibt es nur für die Beheizung sehr großer Gebäude (z. B. Bauernhöfe, Mehrfamilienhäuser oder öffentliche Gebäude) oder für Heizwerke für Nah- oder Fernwärmenetze. Sie werden vor allem in Gebieten mit hohem Waldanteil verwendet. Man häckselt Restholz. Dieses ist für die Holzindustrie nicht brauchbar.

Die Heizkosten sind seit 1973 stark gestiegen: 1973 und 1979/80 gab es zwei Ölkrisen, nach denen der Ölpreis jeweils viel höher als zuvor war. Auch der Gaspreis und der Strompreis stiegen.

Seit dem 1. September 2015 muss jede neu eingebaute Heizung mit einer Energieverbrauchskennzeichnung (eine Variante der Abgasplakette, die von dem Schornsteinfeger vergeben wird) gekennzeichnet sein.